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Sayori Esskultur · Esskultur

Nabe und japanisches Fondue: Sukiyaki, Yosenabe und das gemeinsame Kochen

Nabe bezeichnet eine grosse Familie japanischer Eintöpfe, die in einem Topf zubereitet und oft gemeinsam am Tisch gegessen werden. Sukiyaki ist eine bekannte Variante mit Rindfleisch; Yosenabe lässt sich aus verschiedenen Zutaten zusammensetzen. «Japanisches Fondue» hilft Gästen als Vergleich, beschreibt aber nicht die ganze Tradition.

Leserfrage: Was ist der Unterschied zwischen Sukiyaki, Yosenabe und japanischem Fondue?

Redaktion Sayori · 7 Minuten LesezeitÜberarbeitet am

Topfgericht mit Rindfleisch, Gemüse und Tofu aus einem früheren Sayori-Angebot
Archivmotiv eines früheren Japan-Fondue-Angebots im Sayori Baden; aktuell nicht auf der Karte.

Nabe ist eine Form des gemeinsamen Essens

Nabe bedeutet Topf und wird als Sammelbezeichnung für viele japanische Topfgerichte verwendet. Zutaten garen in Brühe, Sauce oder einer gewürzten Flüssigkeit. Häufig steht der Topf auf einer tragbaren Wärmequelle in der Mitte des Tisches. Gäste nehmen gegarte Zutaten heraus und essen gemeinsam. Die konkrete Form kann von einer kräftigen Sauce bis zu leichter Dashi-Brühe reichen.

Nabe ist keine einzige Rezeptur. In Japan gibt es regionale Gerichte mit Fisch, Fleisch, Gemüse, Tofu, Pilzen oder Nudeln. Manche folgen einer jahreszeitlichen Tradition, andere sind alltägliche Familiengerichte. Die Zutaten werden durch Landschaft, lokale Produkte und Haushaltspraxis geprägt. Ein Gericht auf Basis von fermentierter Fischsauce in Akita unterscheidet sich etwa deutlich von einem süss-salzigen Rindfleischtopf.

Das Essen am Tisch schafft eine soziale Situation. Der Kochvorgang endet nicht vor dem Servieren, sondern setzt sich gemeinsam fort. Zutaten kommen nach und nach in den Topf. Brühe nimmt Geschmack auf, und die Gäste teilen Wärme und Aufmerksamkeit. Diese Form der Mahlzeit ist besonders im Winter verbreitet, aber nicht auf kalte Tage beschränkt.

Sukiyaki: Rindfleisch und die Meiji-Moderne

Sukiyaki ist ein bekannter japanischer Topf mit dünn geschnittenem Rindfleisch, Gemüse, Tofu und weiteren Zutaten. Eine süss-salzige Würzung aus Sojasauce, Zucker und Sake oder Mirin prägt viele Formen. Das Fleisch wird je nach regionaler Methode in einer Pfanne angebraten oder zusammen mit weiteren Zutaten in einer Sauce gegart.

Seine bekannte Restaurantgeschichte ist eng mit der Meiji-Zeit und der Öffnung Japans verbunden. Fleisch war in Japan über lange Zeit aus religiösen, politischen und praktischen Gründen nicht Teil jeder alltäglichen Mahlzeit. Die genaue Wirkung historischer Erlasse und Essgewohnheiten war komplexer als ein dauerhaftes, überall befolgtes Verbot. In der Meiji-Zeit wurden Fleischkonsum und Modernisierung zunehmend miteinander verbunden; Rindfleischgerichte wie Gyūnabe wurden in Städten populär.

MAFF beschreibt Sukiyaki im Zusammenhang mit Yokohama und der Öffnung des Hafens: Rindfleisch wurde mit Würzungen zubereitet, die japanischen Geschmäckern entsprachen, und das Gericht wurde zu einem Symbol der neuen Zeit.[1] Die Küchen unterscheiden sich regional. In einer Kansai-Form kann das Fleisch zuerst angebraten und anschliessend gewürzt werden; in einer Kantō-Form werden Zutaten häufiger in einer vorbereiteten Brühe aus Sojasauce, Zucker, Sake und Mirin gegart.[2]

Der Name Sukiyaki wird oft mit einem Eisenpflug in Verbindung gebracht, auf dem Fleisch oder Fisch gebraten worden sei. Die Namensgeschichte ist jedoch nicht völlig eindeutig und verschiedene Erklärungen existieren. Eine sorgfältige Seite sollte diese Deutung als verbreitete Erklärung kennzeichnen, nicht als bewiesene einzige Etymologie.

Yosenabe: Zutaten gemeinsam im Topf

Yosenabe bezeichnet häufig einen Topf, in dem verschiedene Zutaten zusammenkommen. Yoseru bedeutet zusammenbringen oder versammeln; im kulinarischen Kontext wird der Name mit der Kombination unterschiedlicher Zutaten verbunden. Fisch, Meeresfrüchte, Poulet, Tofu, Pilze, Lauch oder Gemüse können je nach Rezept im Topf garen. Ein einheitliches nationales Rezept gibt es nicht.

Der gemeinsame Topf macht Yosenabe besonders anpassungsfähig. Zutaten können saisonal und lokal gewählt werden. Die Brühe verbindet sie, ohne dass eine einzelne Einlage zwingend im Mittelpunkt stehen muss. Manche Varianten verwenden eine klare Dashi-Basis, andere eine stärker gewürzte Brühe. Die genaue Zusammensetzung sollte nicht aus dem Namen allein abgeleitet werden.

Yosenabe zeigt gut, weshalb die Kategorie Nabe kulturell nützlich ist: Sie beschreibt eine Zubereitungs- und Essensform, keine fixierte Zutatenliste. Ein Familienrezept kann sich nach dem Inhalt des Kühlschranks richten, während ein Restaurant ein sorgfältig komponiertes Menü anbietet. Beide Formen teilen das Prinzip des Kochens im Topf, sind aber nicht identisch.

KI-Illustration: Gemeinsamer Topf mit Gemüse, Tofu, Pilzen und Fleisch sowie zwei Dips
Ein beispielhafter gemeinsamer Topf mit Gemüse, Tofu, Pilzen und dünnem Fleisch. Welche Zutaten hineinkommen, hängt von der Nabe-Variante ab.KI-generierte redaktionelle Illustration · beispielhafte Darstellung

Was «japanisches Fondue» meint

Der Ausdruck «japanisches Fondue» ist eine verständliche Orientierung für Gäste in der Schweiz. Er ruft die Vorstellung wach, dass mehrere Menschen an einem gemeinsamen Gefäss sitzen und Zutaten am Tisch garen. Dieser Vergleich ist praktisch, aber kulturell begrenzt: Das japanische Nabe ist keine japanische Variante des Schweizer Käsefondues.

Beim Käsefondue werden Brotstücke in geschmolzenen Käse getaucht. Bei Nabe garen Zutaten in Brühe oder Würzsauce. Auch Sukiyaki, Shabu-Shabu und Yosenabe unterscheiden sich untereinander in Flüssigkeit, Zutaten, Garweise und Würzung. Für die Speisekarte kann «japanisches Fondue» ein leicht verständlicher Sammelbegriff sein; der erläuternde Text sollte die konkrete Form nennen.

Sukiyaki wird häufig in einer kräftigen, süss-salzigen Sauce gegart. Shabu-Shabu nutzt dünne Fleischscheiben, die kurz durch eine heisse Brühe bewegt und danach in Sauce getaucht werden. Yosenabe bringt unterschiedliche Zutaten gemeinsam in den Topf. Ein vegetarischer Topf wiederum setzt auf Gemüse, Tofu, Pilze und eine passende Brühe. Das alles unter dem Wort Fondue zusammenzufassen, erleichtert den Einstieg, ersetzt aber keine genaue Beschreibung.

Shabu-Shabu ist nicht Sukiyaki

Shabu-Shabu ist ein weiteres bekanntes Nabe-Gericht. Dünne Scheiben Fleisch werden kurz in heisse Brühe getaucht und durch eine Bewegung gegart, die dem Namen nachgeahmt wird. Anschliessend kommen Sauce, häufig Ponzu oder Sesamsauce, hinzu. Gemüse und Tofu garen ebenfalls im Topf. Die Brühe bleibt dabei meist leichter als die süss-salzige Würzung von Sukiyaki.[3]

Diese Gerichte können ähnlich aussehen, weil sie einen gemeinsamen Topf verwenden. Ihre Esslogik ist unterschiedlich. Bei Sukiyaki nimmt das Fleisch die würzige Sauce auf und gart gemeinsam mit den Beilagen. Bei Shabu-Shabu wird dünnes Fleisch portionsweise im heissen Sud gegart und erst danach gewürzt. Ein Menütext, der beide als dasselbe «Fondue» beschreibt, würde die Wahlmöglichkeiten verwischen.

Die Brühe und das Ende der Mahlzeit

Bei Nabe nimmt die Flüssigkeit während des Essens Aromen aus Fleisch, Gemüse, Fisch oder Pilzen auf. Das macht die Brühe zu einem Teil der Mahlzeit, dessen Geschmack sich mit der Zeit verändert. Manche Gerichte ergänzen am Schluss Reis oder Nudeln. Diese Abschlussportion wird häufig als shime bezeichnet. Sie nutzt die verbleibende Flüssigkeit und führt die Mahlzeit zu Ende.

Nicht jede Nabe-Mahlzeit braucht einen zusätzlichen Abschluss. Der Begriff ist aber hilfreich, um die Dramaturgie des gemeinsamen Essens zu verstehen: erst die Zutaten, dann die aromatisch gewordene Brühe. In einem Restaurant hängt es davon ab, ob ein Menü einen solchen Gang tatsächlich vorsieht.

KI-Illustration: Goldene Dashi-Brühe neben Kombu und Bonitoflocken
Die Brühe verbindet die Zutaten im Topf und nimmt während des Essens weitere Aromen auf.KI-generierte redaktionelle Illustration · beispielhafte Darstellung

Ein früheres Sayori-Angebot als Bildspur

Sayori bot früher ein «Japanisches Fondue» an. Die frühere Karte beschrieb unter anderem Sukiyaki mit Rindsentrecôte, Tofu, Glasnudeln und Shiitake sowie Yosenabe mit Poulet, Fisch, Crevetten, Tofu, Pilzen, Lauch und Gemüse.[4] Diese Angaben zeigen, wie sich die japanischen Topfgerichte für Gäste in Baden erklären liessen; sie sind keine aktuelle Speisekarte.

Japanisches Fondue steht heute nicht mehr auf der Sayori-Karte. Das Archivfoto erinnert an dieses frühere Angebot und veranschaulicht die Idee des gemeinsamen Kochens am Tisch. Wenn du heute einen Abend mit sichtbarer Zubereitung erleben möchtest, kannst du dich über Teppanyaki im Sayori informieren. Dort werden die Zutaten auf einer heissen Platte gegart; das unterscheidet sich deutlich vom gemeinsamen Topf.

«Japanisches Fondue» bleibt als Vergleich für deutschsprachige Leserinnen und Leser verständlich. Der Vergleich macht den Zugang leichter, sollte aber Sukiyaki, Yosenabe und Shabu-Shabu nicht zu einem einzigen Gericht zusammenziehen. Eine aktuelle Sayori-Empfehlung führt deshalb zur Kulinarikübersicht und verspricht keine Verfügbarkeit von Fondue.

Häufige Fragen

Was bedeutet Nabe?

Nabe bedeutet Topf und bezeichnet eine Familie japanischer Gerichte, die in einem gemeinsamen Topf gegart werden. Zutaten, Brühe und regionale Stile unterscheiden sich.

Ist Sukiyaki japanisches Fondue?

Sukiyaki kann in einer Schweizer Restaurantkarte als japanisches Fondue erklärt werden, weil gemeinsam am Tisch gegart wird. Es ist jedoch keine Käsefondue-Variante, sondern ein Rindfleischtopf mit süss-salziger Würzung.

Was ist der Unterschied zwischen Sukiyaki und Shabu-Shabu?

Sukiyaki nutzt häufig eine süss-salzige Sauce, in der Zutaten garen. Bei Shabu-Shabu werden dünne Fleischscheiben kurz in Brühe gegart und anschliessend in Sauce getaucht.

Was ist Yosenabe?

Yosenabe ist ein Topfgericht, in dem verschiedene Zutaten zusammenkommen. Es gibt keine einzige festgelegte Zutatenliste.

Was kommt in eine vegetarische Nabe?

Je nach Rezept kommen Gemüse, Tofu, Pilze und weitere pflanzliche Zutaten in den Topf. Eine feste Zutatenliste gibt es nicht; sie richtet sich nach Region, Saison und Haushalt.

Wann wird Nabe gegessen?

Viele Nabe-Gerichte sind im Winter beliebt, aber der Topf kann ganzjährig verwendet werden. Saison, Zutaten und Anlass bestimmen die konkrete Form.

Begriffe

Nabe: Topfgericht und gemeinsames Kochen am Tisch.

Sukiyaki: Rindfleischgericht mit süss-salziger Würzung, Gemüse und weiteren Einlagen.

Yosenabe: Topfgericht mit einer Zusammenstellung verschiedener Zutaten.

Shabu-Shabu: Dünne Fleischscheiben werden kurz in heisser Brühe gegart und mit Sauce gegessen.

Shime: Abschlussportion, oft Reis oder Nudeln, die eine Nabe-Mahlzeit abrunden kann.

Warishita: Würzsauce, häufig aus Sojasauce, Zucker, Sake und Mirin.

Eine andere Familie gewürzter Topfgerichte zeigt der Beitrag zu Oden: Japans vielseitiges Topfgericht.

Quellen

  1. MAFF, Kanagawa: Sukiyaki and the opening of Yokohama: https://www.maff.go.jp/e/policies/market/k_ryouri/areastory/1316/index.html
  2. MAFF, Shabu-shabu and Sukiyaki: https://www.maff.go.jp/j/shokusan/gaisyoku/pamphlet/pdf/washoku_english.pdf
  3. MAFF, Sukiyaki, Shabu-shabu and Teppanyaki: https://www.maff.go.jp/e/data/publish/attach/pdf/index-149.pdf
  4. Sayori Baden, Archiv der früheren Japan-Fondue-Karte mit Sukiyaki und Yosenabe. Das Angebot ist nicht mehr Teil der aktuellen Karte.
  5. MAFF, Negima-nabe, a Tokyo hot-pot dish: https://www.maff.go.jp/e/policies/market/k_ryouri/search_menu/6628/index.html

Redaktioneller Hinweis: «Japanisches Fondue» wird als gastfreundliche Vergleichserklärung verwendet. Sukiyaki, Yosenabe und Shabu-Shabu werden als unterschiedliche Gerichte beschrieben.

Quellenstand: Historische Onlinequellen abgerufen am 8. Oktober 2026. Für die heutige Auswahl, Preise und Verfügbarkeit gelten die aktuellen Sayori-Speisekarten.

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Das frühere Japanische Fondue wird derzeit nicht angeboten. Diese Seite erklärt die Gerichte kulturgeschichtlich.

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